Diagnose: Blind - Sehbehindert. Was nun?
Eine Blindheit oder Sehbehinderung stellt das Leben vor enorme Herausforderungen – unabhängig davon, ob sie von Geburt an besteht, in frühen Jahren auftritt oder erst später im Leben entsteht. Aufgaben, die für viele Menschen „nebenbei“ funktionieren, brauchen dann andere Wege: sich draußen orientieren, sicher über die Straße kommen, Einkäufe erledigen, Geräte im Haushalt bedienen, Post lesen oder Termine organisieren.
Gerade bei einer neu eingetretenen Sehbeeinträchtigung kommt zusätzlich die Umstellung hinzu: Gewohnte Abläufe passen nicht mehr, vertraute Wege fühlen sich unsicher an, und es entsteht das Gefühl, nur noch auf Hilfe angewiesen zu sein. Auch bei länger bestehender Sehbehinderung kann der Bedarf entstehen, Fähigkeiten auszubauen – etwa bei Umzug, beruflichem Wechsel oder veränderten Anforderungen.
Spezielle Schulungen helfen den Alltag (wieder) sicher zu meistern.
Spezielle Rehabilitationsschulungen für blinde und sehbehinderte Menschen setzen genau hier an. Die Schulungen vermitteln alltagsnahe Techniken und Strategien, um Schritt für Schritt wieder mehr oder neue Sicherheit zu gewinnen und den Alltag verlässlich zu gestalten. Im Mittelpunkt steht nicht Theorie, sondern das, was praktisch unterstützt: Orientierung, Mobilität, lebenspraktische Fähigkeiten und der sinnvolle Einsatz von Hilfsmitteln.
Ambulant, alltagsnah, individuell
Die Schulungen finden ambulant statt – als Einzelunterricht im
vertrauten Umfeld oder in neu zu erarbeitenden Gebieten. Das
kann je nach Bedarf zum Beispiel bedeuten:
- Training in der Wohnung: Küche, Bad, Ordnungssysteme, sichere
Abläufe
- Training im direkten Wohnumfeld: Hauseingang, Treppenhaus,
Mülltonnen, Briefkasten, Nachbarschaft
- Training auf konkreten Wegen: Supermarkt, Apotheke,
Arztpraxis, Behördengänge
- Training im öffentlichen Raum und im Nahverkehr:
Orientierungspunkte finden, sichere Straßenquerung,
Haltestellen nutzen
- bei Bedarf auch im schulischen oder beruflichen Kontext (z.
B. Wege, Arbeitsplatzorganisation)
Inhalte und Tempo orientieren sich an den persönlichen Voraussetzungen (z. B. Restsehvermögen, Orientierungssicherheit, Vorerfahrung), an den konkreten Anforderungen der gegebenen Umgebungsbedingungen (z. B. ländliche oder städtische Verkehrsstrukturen) sowie an den individuellen Zielen. Auch wenn zusätzliche Beeinträchtigungen vorliegen, können Inhalte und Vorgehen in der Regel so angepasst werden, dass das Training alltagsnah und umsetzbar bleibt. Entscheidend sind die individuellen Ziele: Was soll im Alltag wieder besser gelingen? Welche Wege sollen sicher werden? Welche Tätigkeiten sollen wieder eigenständig möglich sein?
Was die Schulungen erreichen können
Die Rehabilitationsschulungen können helfen,
- Alltagsschritte zu vereinfachen und sicherer zu machen,
- verlässliche Strukturen und Routinen aufzubauen,
- vorhandene Fähigkeiten zu stabilisieren und neue Strategien
zu entwickeln,
- passende Hilfsmittel sinnvoll einzusetzen,
- Teilhabe im privaten, sozialen und – je nach Situation – im
schulischen oder beruflichen Bereich zu erleichtern.
Im Ergebnis entsteht häufig mehr Handlungssicherheit: Wege werden vertrauter, Abläufe werden strukturierter, Hilfsmittel werden zielgerichteter eingesetzt – und der Alltag fühlt sich wieder „machbar“ an.
Kontakt
Meine Angebote:
- Schulung in Orientierung & Mobilität (Orientierung im Straßenverkehr, Training mit dem Langstock)
- Schulung in Lebenspraktischen Fähigkeiten (Bewältigung der Anforderungen bei der selbständigen Lebens- und Haushaltsführung)
- Beratung von Betroffenen und Angehörigen
- Fortbildungen für Fach- und Heimpersonal
Meine Tätigkeitsgebiete:
- Großraum Dortmund
- Großraum Hagen, Wuppertal, Ennepe-Ruhr-Kreis
- Märkischer Kreis
- Kreise Unna und Soest
- Hochsauerlandkreis
Meine Qualifikation:
- Studium der Erziehungswissenschaften mit Abschluss Bachelor of Arts (B.A.)
- Ausbildung an der deutschen Blindenstudienantalt in Marburg zur Rehabilitationslehrerin für Blinde und Sehbehinderte für die Fachbereiche Orientierung und Mobilität (O&M) sowie Lebenspraktische Fähigkeiten (LPF)
- Langjährige Berufserfahrung
- Mitglied im Berufsverband der Rehabilitationslehrer/-lehrerinnen für Blinde und Sehbehinderte e. V.
- Mitglied im Bund zur Förderung Sehbehinderter e. V.
- Teilnahme an Fortbildungen

